Cyberversicherung: Lohnt sich der Schutz für Ihr Unternehmen?

Lars Neumann 7 Min. Lesezeit
Digitales Schutzschild mit Häkchen – Cyberversicherung als Schutz für KMU

Was ist eine Cyberversicherung?

Eine Cyberversicherung deckt die finanziellen Folgen von Cyberangriffen und IT-Sicherheitsvorfällen ab. Dazu gehören Kosten für die forensische Untersuchung, die Wiederherstellung von Daten und Systemen, die Benachrichtigung betroffener Personen nach DSGVO, Betriebsunterbrechungsschäden und in vielen Fällen auch Haftungsansprüche Dritter.

Für KMU kann ein Cyberangriff existenzbedrohend sein. Die durchschnittlichen Kosten liegen bei 200.000 bis 500.000 Euro, je nach Schwere des Vorfalls. Eine Cyberversicherung federt dieses Risiko finanziell ab.

Was eine Cyberversicherung typischerweise abdeckt

Eigenschäden

Kosten, die Ihrem eigenen Unternehmen entstehen: forensische Untersuchung des Vorfalls, Wiederherstellung von Daten und Systemen, Betriebsunterbrechung und Umsatzausfälle, Kosten für Krisenmanagement und PR sowie Lösegeld bei Ransomware-Angriffen (in vielen Policen enthalten, aber umstritten).

Drittschäden

Haftungsansprüche, die andere gegen Sie geltend machen: Schadenersatzforderungen betroffener Kunden, Kosten für die Benachrichtigung Betroffener nach DSGVO, Verteidigungskosten bei Rechtsstreitigkeiten und Bußgelder (sofern versicherbar, variiert je nach Rechtsordnung).

Zusatzleistungen

Viele Versicherer bieten darüber hinaus: IT-forensische Soforthilfe rund um die Uhr, Rechtsberatung im Schadensfall, Krisenhotline und Präventionsberatung. Der Zugang zu einem spezialisierten Incident-Response-Team kann im Ernstfall den Unterschied ausmachen.

Was Versicherer als Voraussetzung fordern

Hier wird es für viele Unternehmen konkret: Cyberversicherer lassen nicht mehr jeden einfach so eine Police abschließen. Die Anforderungen an die bestehende IT-Sicherheit sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Typische Voraussetzungen:

Multi-Faktor-Authentifizierung auf allen externen Zugängen (E-Mail, VPN, Cloud-Dienste). Ohne MFA lehnen viele Versicherer den Antrag ab oder erheben drastische Zuschläge.

Regelmäßiges Patch-Management. Sicherheitsupdates müssen zeitnah eingespielt werden. Ein dokumentierter Patch-Prozess wird erwartet.

Funktionierendes Backup. Die 3-2-1-Regel wird vorausgesetzt: drei Kopien, zwei Medientypen, eine externe Kopie. Dazu regelmäßige Wiederherstellungstests.

Mitarbeiterschulungen. Nachweise über regelmäßige Schulungen zum Thema Phishing und IT-Sicherheit.

Endpoint-Schutz. Aktuelle Antivirus- oder EDR-Lösung auf allen Endgeräten.

Diese Anforderungen sind keine Schikane. Sie spiegeln wider, was Versicherer aus Schadenfällen gelernt haben: Ohne Grundschutz ist das Risiko zu hoch. Unsere IT-Sicherheitsleistungen helfen Ihnen, diese Voraussetzungen zu erfüllen.

Cyberversicherung vs. IT-Sicherheit: Kein Entweder-Oder

Eine häufige Fehleinschätzung: Wer eine Cyberversicherung hat, braucht sich um IT-Sicherheit weniger zu kümmern. Das ist falsch. Eine Versicherung ist eine finanzielle Absicherung für den Ernstfall, nicht ein Ersatz für Prävention.

Denn: Die Versicherung zahlt den finanziellen Schaden. Aber die Betriebsunterbrechung, den Vertrauensverlust bei Kunden und den Aufwand für die Wiederherstellung müssen Sie trotzdem durchstehen. Prävention ist immer besser als Schadenregulierung.

Der sinnvolle Ansatz: Zuerst die IT-Sicherheit auf ein solides Niveau bringen, dann eine Cyberversicherung als zusätzliche Absicherung abschließen. So profitieren Sie von niedrigeren Prämien und besserem Schutz gleichzeitig.

Was eine Cyberversicherung kostet

Die Prämien variieren stark und hängen ab von Branche (Gesundheit und Finanzen zahlen mehr), Unternehmensgröße und Umsatz, bestehenden Sicherheitsmaßnahmen, gewünschter Deckungssumme und Selbstbeteiligung.

Für ein KMU mit 20 bis 50 Mitarbeitenden und einer Deckungssumme von 500.000 Euro liegen die jährlichen Prämien typischerweise zwischen 2.000 und 8.000 Euro. Das klingt viel, ist aber im Vergleich zu einem Schaden in sechsstelliger Höhe überschaubar.

Unser Rat

Lassen Sie Ihre IT-Sicherheit professionell bewerten, bringen Sie die Grundmaßnahmen auf Stand und schließen Sie dann eine passende Cyberversicherung ab. LNIT unterstützt Sie bei den ersten beiden Schritten. Für die Versicherung selbst empfehlen wir den Gang zu einem spezialisierten Versicherungsmakler.

Wir erstellen gerne eine Sicherheitsanalyse, die Sie dem Versicherer als Nachweis vorlegen können. Nehmen Sie Kontakt auf und lassen Sie sich beraten.

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LN

Lars Neumann

Gründer und Inhaber von LNIT – Lars Neumann IT. IT-Systemhaus in Diekholzen bei Hildesheim. Managed IT, Helpdesk, Cloud, Sicherheit und KI-Beratung für KMU.

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